Ratgeber

Bewertungen bei Google —
bekommen und beantworten.

Anzahl, Aktualität und Umgang mit Bewertungen wirken doppelt: auf Ihre Platzierung im Kartenfeld und auf die Entscheidung des Kunden.

6 Minuten Lesezeit von Werbeagentur Radolfzell – x-mind

Warum Bewertungen doppelt zählen

Bei lokalen Suchanfragen erscheinen über den normalen Ergebnissen drei Unternehmenseinträge mit Karte. Wer dort steht, bekommt einen erheblichen Teil der Klicks. Die Platzierung hängt unter anderem von Anzahl, Bewertungsschnitt und Aktualität der Rezensionen ab.

Gleichzeitig wirken dieselben Bewertungen direkt auf den Menschen, der sie liest. Ein Betrieb mit vier aktuellen Bewertungen wirkt anders als einer mit sechzig — unabhängig davon, wer die bessere Arbeit macht.

In einer Stadt wie Radolfzell, wo man sich kennt, kommt hinzu: Bewertungen werden hier tatsächlich gelesen, und zwar von Leuten, die den Betrieb möglicherweise persönlich kennen.

Wie Sie systematisch zu Bewertungen kommen

Der entscheidende Punkt ist der Zeitpunkt: direkt nach dem Abschluss, solange die Zufriedenheit frisch ist. Eine Woche später ist der Moment vorbei.

  1. Fragen Sie persönlich. Der wirksamste Weg bleibt der mündliche Hinweis am Ende eines guten Gesprächs.
  2. Machen Sie es technisch einfach. Google stellt für jedes Unternehmensprofil einen Kurzlink zum Bewertungsformular bereit. Diesen Link auf die Rechnung, in die Abschlussmail oder als QR-Code an die Theke.
  3. Fragen Sie alle, nicht nur die Begeisterten. Wer gezielt nur Zufriedene auswählt, verstößt gegen die Richtlinien — und ein Profil mit ausschließlich Bestnoten wirkt ohnehin unglaubwürdig.
  4. Bleiben Sie dran. Zwei Bewertungen im Monat, dauerhaft, sind mehr wert als zwanzig auf einmal. Ein plötzlicher Schwall fällt auf, auch Google.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

  • Bewertungen kaufen. Google erkennt Muster zunehmend zuverlässig, und im Ernstfall steht das gesamte Profil auf dem Spiel. Der Schaden übersteigt den Nutzen deutlich.
  • Mitarbeiter oder Angehörige bewerten lassen. Fällt über gemeinsame Geräte und Standorte auf.
  • Belohnungen ausloben. Ein Rabatt für eine Bewertung verstößt gegen die Richtlinien.
  • Nur Zufriedene filtern. Kunden vorab zu befragen und nur die guten weiterzuleiten, ist ausdrücklich unzulässig.

Auf Kritik richtig antworten

Der wichtigste Gedanke: Sie antworten nicht dem Kritiker, sondern allen, die später mitlesen. Diese Leser entscheiden anhand Ihres Tonfalls, nicht anhand der Frage, wer recht hat.

Was funktioniert:

  • Zeitnah antworten, aber nicht im ersten Ärger. Eine Nacht darüber schlafen kostet nichts.
  • Sachlich bleiben, auch wenn die Kritik unfair ist. Wer sich rechtfertigt oder zurückschießt, verliert bei den Mitlesenden.
  • Konkret werden. Standardfloskeln erkennt jeder. Ein Satz, der zeigt, dass Sie den Fall kennen, wirkt sofort anders.
  • Ins Persönliche wechseln. Eine Telefonnummer anbieten und das Gespräch aus der Öffentlichkeit holen.

Übrigens: Auch auf gute Bewertungen sollten Sie antworten. Es kostet zwei Minuten und zeigt, dass jemand zuhört.

Wenn eine Bewertung unberechtigt ist

Bewertungen lassen sich bei Google melden — allerdings nur, wenn sie gegen Richtlinien verstoßen: Beleidigungen, offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen, Verwechslung mit einem anderen Betrieb, oder wenn nie eine Geschäftsbeziehung bestand.

Eine schlechte, aber ehrlich gemeinte Bewertung bekommen Sie nicht entfernt, und das ist auch richtig so. Die bessere Antwort darauf ist ohnehin eine gute Antwort — und genügend andere Bewertungen, die ein anderes Bild zeichnen.

Häufige Fragen

Es gibt keine feste Zahl. Wichtiger als die Menge ist Regelmäßigkeit: Ein Profil, das seit zwei Jahren keine neue Bewertung hat, wirkt schlechter als eines mit weniger, aber aktuellen.

Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Nicht erlaubt ist, dafür etwas zu versprechen oder gezielt nur Zufriedene auszuwählen.

Sachlich antworten und den Kontakt ins Persönliche verlagern. Melden können Sie sie nur bei einem Richtlinienverstoß — schlechte Meinungen allein reichen nicht.

Ja. Google erkennt die Muster zunehmend, und im Ernstfall steht das ganze Profil auf dem Spiel. Der mögliche Schaden ist deutlich größer als der kurzfristige Nutzen.

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